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PRESSE DIE EULE UND DAS KÄTZCHEN TOURNEEVORSTELLUNG BAD CAMBERG APRIL 2010 Erfrischend zeitgemäße Aufführung im Kurhaus

Von Cilly Plescher
Pointenreiche Dialoge erfreuten die Zuschauer bei einem Zwei-Personen-Stück um den ewigen Kampf der Geschlechter.
Bill Manhoffs Komödie «Die Eule und das Kätzchen», der Filmklassiker aus den 70er Jahren mit Barbra Streisand und George Segal, feierte mit den beiden Erzkomödianten Anja Pirling und Thomas Waldkircher in Bad Camberg fröhliche Urständ’.
Für ein paar unterhaltsame Stunden durften sich die Zuschauer im Kurhaussaal an den Broadway versetzt fühlen und das turbulente Drama zwischen zwei höchst unterschiedlichen Charakteren bis zum unvermeidlichen Happy-End erleben.
Was der kleine Buchhändler und Möchtegern-Dichter Felix Sherman zu nachtschlafender Zeit in seine Wohnung lässt, entpuppt sich keinesfalls als Kätzchen, eher als quietschende Nervensäge, die seine Geduld und auch die der Zuschauer heftig strapaziert. Aber Doris Weaverly, die sich gern als Fotomodell ausgibt, hat auch allen Grund wütend zu sein. Durch Felix’ dezente Hinweise an ihren Vermieter über ihr wahres «Gewerbe» ist sie aus ihrer Wohnung geschmissen worden.
So zieht sie nun wutschnaubend mit Fernseher und Kabelrolle bei ihm ein, beschlagnahmt sofort sein Sofa und verkündet dem entsetzten Felix fürs Erste bei ihm zu wohnen. Eule und Kätzchen auf engem Raum.
Die Gegensätze könnten schon rein äußerlich nicht größer sein. Auf der einen Seite der korrekte Biedermann mit dicker Hornbrille und Bauchansatz, auf der anderen die quirlige Doris, bildhübsch und reichlich flippig. Sie fegt wie ein Wirbelsturm durch seine Wohnung und überzieht seine bisher so ordentliche Welt mit Chaos.
Er will sie zwar so schnell wie möglich loswerden, erweist sich aber als hilflos gegen ihre Aggressivitäten und fügt sich peu à peu ihren Launen. Er liest ihr sogar aus seinen Dichtungen vor und erntet Hohngelächter. Schließlich zieht sie mit in sein Schlafzimmer ein und verkündet am nächsten Morgen, sie habe sich unsterblich in ihn verliebt und werde bei ihm bleiben.
Doch noch ist er nicht so weit. Es folgen noch amüsante und pointenreiche Dialoge, ein langsames Zusammenraufen, das dem erfahrenen Schauspielerpaar Pirling-Waldkircher Gelegenheit gibt, das Aufeinanderprallen zweier unterschiedlicher Charaktere temperamentvoll darzustellen, allmählich ihre Vorurteile abzulegen und zu Wahrheit und Ehrlichkeit mit sich selbst zu gelangen.
Am Ende bleibt nur noch, den inzwischen liebgewordenen «Feind» in die Arme zu schließen.
Für Anja Pirling und Thomas Waldkircher ist das Zwei-Personen-Stück eine wahre Herausforderung. Mit Charme und Spielfreude präsentieren sie «Die Eule und das Kätzchen» erfrischend zeitgemäß.
In den Kostümen der 7o-er Jahre und dem passenden Bühnenbild verkörpern die beiden den ewigen Kampf der Geschlechter, den letztlich nur die Liebe erlösen kann. Dafür gab es viel Szenen-Beifall und reichlich Applaus am Schluss.
Frankfurter Neue Presse vom 20. April 2010
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